Die ersten Ideen und Planungen für eine Untertunnelung der Warnow nördlich von Rostock reichen bis in die 60er Jahre zurück. Bereits 1974 war die "Warnow-Querung Nord" als Vorhaben im Generalbebauungsplan der Stadt Rostock erstmalig erschienen. Aber erst eine Gesetzesnovelle von 1994, das Fernstraßenprivatfinanzierungsgesetz, machte es möglich, dass erstmalig in Deutschland eine privatwirtschaftlich errichtete, finanzierte und betriebene Fahrstrecke entstehen konnte.

Am 1. Dezember 1999 erfolgte der erste Spatenstich für das aufwändige und bautechnisch anspruchsvolle Projekt. Rund 220. Mio EUR investierten die Gesellschafter Bouygues Travaux Publics S.A. (F) und Macquarie Infrastructure (AUS) gemeinsam mit einem internationalen Bankenkonsortium unter Führung der Deutschen Bank, der NordLB, der KfW und der EIB in den Warnowtunnel. Die EU erleichterte durch die Bereitstellung eines ca. achtprozentigen Zuschusses im Rahmen der TEN-Förderung (Trans-European-Network) die Finanzierbarkeit des Projektes.

Der Warnowtunnel besteht aus sechs wasserdichten Betonelementen, die mittels des in Deutschland nicht alltäglichen Einschwimm- und Absenkverfahren im Flussbett der Warnow positioniert wurden. Mit den beiden Portalbauwerken am Eingang und Ausgang erreicht der Tunnel eine Gesamtlänge von 790 Metern.

Am 12. September 2003 wurde der Warnowtunnel feierlich durch den Bundesverkehrsminister Dr. Manfred Stolpe eröffnet. Seitdem wird der Warnowtunnel jeden Tag von tausenden Autofahrern genutzt. Wer durch den Tunnel fährt, spart bequem und sicher Zeit und Kosten.

Technische Angaben

Länge: 790 m
Breite: 22,5 m
Höhe: 8,5 m
Durchfahrtshöhe: 4,5 m
Fahrspuren: 4
Gewicht: 200.000 Tonnen
Bauzeit: Dez. 1999 bis 11. Sept. 2003